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Bauen & Wohnen

Hochsaison für Einbrecher

Heim und Haus vor ungebetenen Besuchern schützen

Einbrecher haben wieder Hochsaison. Foto: z/IVRSA

3.11.2021

Mehr als 200 Millionen Euro beträgt der Schaden, den Einbrecher im vergangenen Jahr angerichtet haben, sagt die Kriminalstatistik. Zwar scheitern immer mehr Einbrecher, weil viele Hausbesitzer das Problem erkannt und in Sicherheitstechnik investiert haben. Doch wer selbst einmal Opfer eines Einbruchs war, weiß: der finanzielle Schaden ist in den meisten Fällen verkraftbar. Viel schwerer wiegt das Gefühl, in den heimischen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein.

„Wenn ein Fremder in die Privatsphäre eindringen konnte, löst das bei vielen Einbruchsopfern Beklemmungen aus. Sich zu Hause nicht mehr sicher zu fühlen, wiegt für sie meist schwerer als der Verlust von Familienerbstücken, von Geld oder der Sachschaden“, sagt Ingo Plück, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V. (BVRS).

In manchen Fällen fühlen sich Betroffene selbst längere Zeit nach dem Einbruch so unwohl, dass sie lieber umziehen oder ihre Immobilie verkaufen. Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit kommen bei vielen Einbruchsopfern die Erinnerungen wieder hoch, denn jetzt beginnt sie wieder – die Hochsaison für Einbrecher.

SICHERN UND ABSCHRECKEN

Ende Oktober macht die Kriminalpolizei mit dem „Tag des Einbruchschutzes“ auf das hohe Einbruchrisiko aufmerksam. Laut deren Statistik benutzen Einbrecher vor allem leicht erreichbare Fenster, Balkon- und Terrassentüren um in Ein- und Mehrfamilienhäuser hinein zu gelangen.

Sicherheitsvorrichtungen wie einbruchhemmende Rollläden erschweren das Eindringen um ein Vielfaches. Deshalb lassen Einbrecher in der Regel nach kurzer Zeit von derart geschützten Häusern ab. Als wirksamen Einbruchschutz hat es sich auch erwiesen, die Anwesenheit der Bewohner vorzutäuschen. „Sind die Rollläden zum Beispiel mit Motor und Zeitschaltuhr ausgestattet oder in ein Smart-Home-System eingebunden, bewegen sie sich zu vorgegebenen Zeiten oder nach dem Zufallsprinzip“, sagt Wilhelm Hachtel, Vorstandsvorsitzender der Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA).

EINBRUCHSCHUTZ NACHRÜSTEN

Wie hoch der Einbruchschutz sein soll, hängt ganz vom Sicherheitsbedürfnis der Hausbesitzer ab. Fachbetriebe wie die des Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerks (RS-Fachbetriebe) können den Einbruchschutz auch an bestehenden Häusern nachrüsten. Sie kennen sich auch mit den staatlichen Zuschüssen für bauliche Einbruchschutzmaßnahmen aus.

Wer sein Eigentum noch vor der dunklen Jahreszeit einbruchsicher nachrüsten möchte, sollte sich zeitnah beraten lassen. Die RS-Fachbetriebe sind nach Angaben ihres Bundesverbandes gut ausgelastet. pm


Augen auf beim Grundstückskauf

Bietet eine Stadt oder Gemeinde preiswertes Land an, freut das potenzielle Häuslebauer. „Doch Vorsicht, das muss nicht unbedingt Bauland sein“, warnt die Schleswig-Holsteinische Notarkammer. „Es kann sich auch um Bauerwartungs- oder Rohbauland handeln.“ Dann dürfen die Käufer womöglich erst in einigen Jahren bauen – oder nie.

Ob Käufer ein Grundstück zum Hausbau nutzen dürfen, regeln der kommunale Flächennutzungsplan, die Gemeindesatzung und tatsächliche Gegebenheiten, informiert die Notarkammer. Rechtlich sind Grundstücke in verschiedene Qualitätskategorien eingeteilt, die auch den Preis beeinflussen. Prinzipiell unterscheidet man vier Grundstücksarten: baureifes Land, Rohbauland, Bauerwartungsland und Ackerland. Nur das baureife Land darf gleich nach dem Kauf und der Erteilung einer Baugenehmigung bebaut werden.

Befindet sich ein Grundstück in einer Stadt oder Gemeinde, etwa zwischen anderen Wohnbauten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dort bald gebaut werden kann. „Denn dabei handelt es sich um den sogenannten Innenbereich, der nach dem Baurecht grundsätzlich für die Bebauung vorgesehen ist“, sagt Maike Sommer, Rechtsanwältin vom Bauherren-Schutzbund.

Anders ist das außerhalb der Kommune oder gar auf einer landwirtschaftlichen Fläche. Dort handelt es sich in aller Regel nicht um Bauland. Ist ein Grundstück nicht erschlossen und an die Infrastruktur angebunden, kann es sich um Bauerwartungsland oder Rohbauland handeln. Das ist meist deutlich preiswerter als baureifes Land. „Rohbauland ist zwar bereits als Bauland ausgewiesen, jedoch ist es noch nicht erschlossen und die Bebauung somit noch nicht möglich“, so die Notarkammer.

Bei Bauerwartungsland stimmt die Gemeinde der Bebauung im ungünstigsten Fall erst in Jahrzehnten zu – oder das Grundstück erhält gar nicht den Status baureifen Landes. „Wer Bauerwartungsland kauft, hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Planung und Baurecht“, warnt Rechtsanwalt Rolf Kemper von der Arbeitsgemeinschaft Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein. Bei Rohbauland garantiert die Kommune zwar die Bebaubarkeit der Fläche, aber nicht, ab wann. „Die Preise für Rohbauland sind etwas günstiger als für Bauland. Dafür müssen sich die Bauherren an den Erschließungskosten beteiligen“, sagt Maike Sommer.

ANLAUFPUNKT FÜR INTERESSENTEN

Für Kaufinteressenten ist das Planungsamt der Kommune oder des Landkreises der beste Anlaufpunkt, um Informationen über den Status eines Grundstücks zu erhalten. Dort gibt es Auskunft über den Flächennutzungsplan und abgeschlossene oder noch laufende Bebauungsplanverfahren der Kommune. Rechtsanwalt Kemper rät, vor dem Kauf eines Grundstücks zur Sicherheit immer zuerst das zuständige Bauamt zu kontaktieren.

Wer unsicher ist, ob und wie ein Grundstück bebaut werden darf, kann auf das Instrument des „planungsrechtlichen Vorbescheides“ setzen. „Das ist eine Vorstufe zur Baugenehmigung“, erklärt Kemper. So funktioniert es: Der Käufer eines Grundstücks richtet eine Bauvoranfrage an das Bauamt. Darin beschreibt er sein Bauvorhaben möglichst konkret und fragt an, ob das in Ordnung gehen würde. Gibt die Kommune darauf einen positiven Bescheid, muss sie anschließend auch eine Baugenehmigung erteilen. „Dieser Versuch kann gutgehen, so der Rechtsanwalt. Genauso kann aber auch eine Ablehnung kommen, und das Geld für die Voranfrage ist trotzdem weg. dpa