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Essen & Trinken

Ein bunter Strauß an Jubiläen

Das Heimsheimer Hotel-Restaurant „Hirsch“ ist seit 75 Jahren Partner der Schönbuch Braumanufaktur. Doch beim Familienbetrieb in fünfter Generation gibt es noch mehr Gründe zu feiern.

Ein Traditionshaus direkt unterhalb des Schleglerschlosses: das Hotel-Restaurant „Hirsch“ in Heimsheim. Foto: privat

16.09.2022

Einen bunten Strauß an Jubiläen gibt es in diesem Jahr zu feiern beim Heimsheimer Hotel und Restaurant „Hirsch“: 75 Jahre Zusammenarbeit mit der Schönbuch-Braumanufaktur, 20 Jahre Kauf und Umbau des ehemaligen „Ratsstübles“, 10 Jahre Zusammenbau des alten Gästehauses und des Neubaus zu einer Einheit – und nicht zuletzt der 60. Geburtstag von Eigentümer Klaus Burkhardt im Dezember. Aber das ist eigentlich auch kein Wunder bei einer weit über 100-jährigen Historie und seit bald 135 Jahren in Familienhand.

Seit 1993 führt Klaus Burkhardt das Traditionshaus direkt unterhalb des Schleglerschlosses, bereits in fünfter Generation. Trotz vieler Wendungen im Verlauf der langen „Hirsch“-Geschichte gehören die letzten zweieinhalb Jahre für den Gastronomen und Hotelier sicher zu denen, die er – wie viele andere Menschen – ganz schnell vergessen und abhaken würde. Denn als eine Art „Hilfspolizist“ die Coronatests und das Einhalten der dazugehörigen Regeln der weniger werdenden Gäste zu kontrollieren, war doch alles andere als das, was sich der gelernte Koch und Metzger unter seinem Traumberuf vorstellt. „Ich hoffe, das kommt nicht wieder“, spricht er mit seinem Wunsch deshalb bestimmt nicht nur den meisten Kollegen aus der Seele.

Neuaufbau des abgebrannten Hauses

Doch Jammern will der bald 60-Jährige beileibe nicht. Hat der „Hirsch“ in seiner wechselvollen Geschichte doch schon ganz andere Tiefschläge erlebt – und überstanden. Vor allem die Zerstörung von Teilen des Heimsheimer Ortskerns durch einen militärisch völlig sinnlosen alliierten Tieffliegeran griff in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges waren eine Zäsur. Doch schon damals ließ sich Klaus Burkhardts Großvater Richard Kugler nicht unterkriegen: Er baute das bis auf die Grundmauern abgebrannte Haus mit viel Eigeninitiative wieder auf. Zwischendurch hatte sich Richard Kugler mit einer provisorischen Wirtschaft mit Metzgerei im Wasch- und Backhaus an der Mönsheimer Straße um die Versorgung der Bevölkerung verdient gemacht. Beim Wiederaufbau entstand auch die bis heute andauernde Partnerschaft mit der Böblinger Schönbuch Braumanufaktur.

1993 übernahm mit Klaus Burkhardt erstmals ein Sohn den Betrieb, bis 1988 zusätzlich auch Metzgerei. Seitdem er den „Hirsch“ von seinen Eltern Rose und Otto Burkhardt übernommen hat, hat sich im und um diese Heimsheimer Institution eine Menge getan. Vor allem die Zeit der Corona-Schließungen nutzte Klaus Burkhardt, für Sanierungen und Renovierungen samt Austausch des Mobiliars im Gastraum. 2021 wurde die Küche umgebaut und erstrahlt seitdem funktional in neuem Glanz. „Das hat sich angeboten und ist perfekt gelaufen“, freut sich der Gastronom über die tolle Zusammenarbeit mit den Handwerkern aus der Region.

Beliebt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden

15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hotel, im Service, in der Küche und im Büro zählt das „Hirsch“-Team heute. Besonders stolz ist Klaus Burkhardt, dass er trotz aller Schwierigkeiten Verstärkung für die Küche hinzugewonnen hat. Gut 50 Gäste finden im Restaurant Platz und noch einmal knapp halb so viele auf der Terrasse. Der Saal kann für Familienfeste oder Firmenveranstaltungen abgetrennt und reserviert werden. Im Hotel stehen 65 Betten in 43 modern ausgestatteten Zimmern zur Verfügung, die besonders bei Geschäftsreisenden, aber durchaus auch bei dem einen oder anderen ausländischen Urlauber beliebt sind.

Der Gastraum erstrahlt: Neues Mobiliar sorgt für ein gemütliches Ambiente im „Hirsch“. Foto: privat
Der Gastraum erstrahlt: Neues Mobiliar sorgt für ein gemütliches Ambiente im „Hirsch“. Foto: privat

Neue Kreationen für seine Gäste

In aller erster Linie aber ist Klaus Burkhardt mit Leib und Seele Koch. Gerne probiert er immer wieder neue Kreationen in der Küche aus, um seine Gäste zu verwöhnen. Besonders angetan haben es ihm seine unbedingt empfehlenswerten Maultaschenvariationen.

Eigens zum Anlass seines runden Geburtstages will Klaus Burkhardt sich selbst ein ganz spezielles Geschenk machen: Eine neue Maultaschenmaschine des weltweit führenden Herstellers Seydelmann. Hat das Vorgängermodell doch bereits fast 50 Jahre auf dem Buckel. „Sie hat das Gewicht eines Kleinwagens“, verrät Burkhardt über seinen Herzenswunsch. Sie koste jedoch vom normalen Listenpreis her so viel wie ein ganz großes Fahrzeug.

Noch einmal Maultaschento-Go anbieten will Klaus Burkhardt allerdings möglichst auf keinen Fall. Denn nichts geht im Heimsheimer „Hirsch“ über das persönliche Empfangen und Bewirten der Gäste – und das im Jahr 2023 in guter Familientradition seit 135 Jahren. Holger Schmidt